Mode wird immer schnelllebiger. Das geht zu Lasten von Umwelt, Mensch und Ressourcen. Wir brauchen daher dringend einen kritischeren Modekonsum. Die Kampagne #eintshirtzumleben will genau das erreichen: Vom Wegwerfen zur Wertschätzung für Mensch und Material. Der Wert von Mode soll uns wieder bewusster werden. Denn während Näher*innen im Globalen Süden kaum von ihrer Arbeit leben können, wachsen die Müllberge durch ungetragene Textilien.

Unfaire Arbeitsbedingungen

Die Modeindustrie zeigt seit der Corona-Pandemie das ganze Ausmaß ihrer hässlichen Seite. So belegen Daten des "Fashion Checker" vom Oktober 2021, dass keines der untersuchten Modeunternehmen garantiert, den Arbeiter*innen in seiner Lieferkette auch während der Pandemie denselben Lohn auszubezahlen wie zuvor - geschweige denn einen existenzsichernden Lohn.

Zudem weisen die Daten eine Kluft zwischen einem existenzsichernden Lohn und den tatsächlich gezahlten Löhnen in den Fabriken aus. So wurden Arbeitnehmer*innen in Kambodscha während des landesweiten Lockdowns im April und Mai 2020 geschätzte 109 Millionen US-Dollar an Löhnen vorenthalten. Die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign, CCC) schätzt, dass sich weltweit von März 2020 bis März 2021 Schulden gegenüber den Arbeiterinnen in Höhe von mindestens 10 Milliarden Euro angesammelt haben.

Verschlimmert durch Corona

Beispiel Bangladesch: Nach einem zweimonatigen Lockdown im Frühjahr 2020 nahmen rund 3.600 exportorientierte Fabriken ihre Produktion wieder auf. 348 Betriebe hatten da bereits schließen müssen. Bis heute arbeiten viele Fabriken mangels Aufträgen teilweise nur mit halber Auslastung. >> weiterlesen

Beispiel Indien: Hier sind es besonders die Wanderarbeiter*innen, denen die Auswirkungen der Pandemie zusetzt. Meist werden sie durch Agenten angeworben und vor allem in den über 2000 Spinnereien im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu eingesetzt. Mit Beginn des Lockdowns waren sie ohne Arbeit und blieben anschließend sich selbst überlassen. Ansprüche können sie nicht geltend machen, da sie keine Arbeitsverträge haben. >> weiterlesen

Problem Altkleider

Der Report "Dead white man's clothes" vom australischen Fernsehsender ABC vom August 2021 illustriert die Auswirkungen von Kleiderspenden auf Menschen und Umwelt in Ghana. In der Hauptstadt Accra erhebt sich eine etwa 20 Meter hohe Klippe aus einer Müllhalde - das meiste davon sind unerwünschte Kleidungsstücke. Etwa 15 Millionen gebrauchte Kleidung kommen pro Woche nach Accra, knapp 40 Prozent sind aufgrund abnehmender Qualität völlig wertlos. >> weiterlesen

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